Wer als Hausbesitzer teure Reparaturen und unangenehme Überraschungen vermeiden möchte, sollte das Thema Abwasser nicht vernachlässigen. Ein funktionierendes Kanalsystem ist essenziell für die Hygiene und den Werterhalt einer Immobilie. Doch viele Schäden bleiben im Verborgenen, bis es zu spät ist. Hier erfahren Sie, warum Sie eine Kanalnetzinspektion regelmäßig durchführen lassen sollten und wie diese abläuft.
Warum ist die regelmäßige Kontrolle notwendig?
Rohre und Kanäle sind täglich hohen Belastungen ausgesetzt. Chemikalien, Fette, Wurzelwuchs und Erdbewegungen setzen dem Material über die Jahre zu. Wird eine Kanalnetzinspektion regelmäßig versäumt, können kleine Risse schnell zu großen Brüchen oder Verstopfungen führen. Zudem gibt es gesetzliche Vorgaben: Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) verpflichtet Eigentümer dazu, sicherzustellen, dass kein Abwasser ins Erdreich sickert und das Grundwasser verunreinigt.
Typische Schäden, die frühzeitig erkannt werden
Eine professionelle Inspektion deckt folgende Mängel auf, bevor sie zum Notfall werden:
- Wurzeleinwuchs: Baumwurzeln, die in Rohrmuffen eindringen und den Durchfluss blockieren.
- Rissbildung: Durch Alterung oder Bodenabsenkung entstandene Undichtigkeiten.
- Korrosion: Zerfressene Rohrinnenwände durch aggressive Abwässer.
- Ablagerungen: Verhärtete Fette und Kalk, die den Querschnitt verengen.
Der Ablauf einer modernen Kanalinspektion
Die Zeiten, in denen der Boden aufwendig aufgegraben werden musste, sind vorbei. Heutzutage erfolgt die Kanalnetzinspektion regelmäßig mittels modernster TV-Kameratechnik.
- Reinigung: Zunächst wird das Rohr mittels Hochdruckspülung gereinigt, um freie Sicht auf die Rohrwandungen zu gewährleisten.
- Kamerafahrt: Eine flexible, ferngesteuerte Kamera wird in das Kanalsystem eingeführt. Sie liefert hochauflösende Bilder in Echtzeit auf den Monitor des Technikers.
- Dokumentation: Alle Schäden werden digital erfasst, vermessen und in einem Protokoll festgehalten. Sie erhalten oft eine DVD oder einen Stick mit den Aufnahmen.
- Sanierungskonzept: Basierend auf den Daten wird entschieden, ob und wie saniert werden muss (z.B. mittels Inliner-Verfahren).
Wie oft sollte man die Inspektion durchführen?
Experten empfehlen, eine Kanalnetzinspektion regelmäßig in Intervallen von etwa 10 bis 15 Jahren bei Privathaushalten durchzuführen, sofern keine akuten Probleme auftreten. Bei älteren Immobilien (Baujahr vor 1990) oder in Wasserschutzgebieten können kürzere Intervalle gesetzlich vorgeschrieben oder technisch sinnvoll sein.
Warnsignale für sofortigen Handlungsbedarf
Warten Sie nicht auf das Regelintervall, wenn Sie folgende Symptome bemerken:
- Gluckernde Geräusche im Abfluss.
- Unangenehme Gerüche im Haus oder Garten.
- Feuchte Stellen an Wänden oder im Keller.
- Langsamer Wasserabfluss trotz Reinigung.
Wer die Kanalnetzinspektion regelmäßig in seinen Wartungsplan aufnimmt, investiert in Sicherheit. Die Kosten für eine reine TV-Untersuchung sind im Vergleich zu einer kompletten Kanalsanierung nach einem Einsturz verschwindend gering.